Geschichte der Gemeinde Westensee

Westensee wurde als „Westense" 1253 erstmals erwähnt. Der Name bedeutet „Westen, d.h. westlich, vom See".                               

Zahlreiche Hügelgräber auf dem Gemeindegebiet zeugen von Menschen, die die Region schon in der Jungsteinzeit (ca. 4300-2300 v. Chr.) nutzten. Da bei einigen die Grabkammern aus großen Findlingen sichtbar sind, ist die Datierung der Hügel eindeutig. Außerdem stammen zahlreiche Einzelfunde wie Flintbeile oder -messer aus der gleichen Epoche.
Bei anderen Grabhügeln ist die Datierung nicht so einfach, da sie noch unbeschädigt sind. Sie könnten genauso gut aus der frühen Bronzezeit stammen (ca. 2300 - 1700/1600 v. Chr.). In der jüngeren Bronzezeit (ca. 1700/1600 - 500 v. Chr.) und der Eisenzeit (ca. 500 v Chr. - 400 n. Chr.) gingen die Menschen zur Brandbestattung über, deren Spuren sich in Form einiger Urnenscherben in Westensee gefunden haben.

Die ersten schriftlichen Hinweise zu Westensee finden sich im 13. Jahrhundert nach Christus. Ein Ritter namens Emeko von Westensee wird 1253 in einer Urkunde genannt. Aus der gleichen Zeit stammt auch die Catharinen-Kirche. Die Familie Westensee starb offenbar Ende des 14. Jahrhunderts aus.
Im 15. Jahrhundert erscheinen Mitglieder der Familie Ahlefeldt als Herren in Westensee, die dort zwei Güter gründen: Westensee und Deutsch-Nienhof. Ein weiteres für das heutige Gemeindegebiet bestimmendes Gut war Bossee, das seit dem 14. Jahrhundert ebenfalls den Ahlefeldts gehörte. Die Entwicklung vom Herrensitz zum Gutsbetrieb im 15. und 16. Jahrhundert bedeutete für die Bauern Leibeigenschaft, die erst 1805 endete. Politisch blieben die Gutsherren allerdings bis zur Auflösung der Gutsbezirke 1929 die entscheidenden Faktoren. Erst danach hielten mit Entstehung der Gemeinde Westensee die kommunale Selbstverwaltung und Demokratie auf Gemeindeebene Einzug.

Persönlichkeiten:
Friedrich Seestern-Pauly, Jurist, Königlicher Amtmann, geb. 1.11.1789 in Westensee, gest. 30.5.1866 in Schwarzenbek;
Paul Christian Georg Carl von Hedemann-Heespen, Gutsbesitzer, Schriftsteller, Verwaltungsbeamter, geb. 8.2.1869 in Deutsch-Nienhof, gest. 22.2.1937 in Deutsch-Nienhof.